Women’s Health Readiness: Wo stehen Schweizer Unternehmen wirklich?

Führung · 26. August 2026 · 4 Min. · Katharina Eggert

Frauengesundheit gewinnt in Unternehmen zunehmend an strategischer Bedeutung. Doch während einzelne Angebote und Initiativen zunehmen, fehlt bislang eine wichtige Grundlage: Unternehmen können kaum systematisch beurteilen, wie gut Frauengesundheit tatsächlich in Führung, Strukturen und Arbeitsalltag berücksichtigt wird.

Genau hier setzt das Women’s Health Readiness Barometer an.

Das Institute for Women’s Wellbeing at Work (IWWW) und die HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich starten eine Forschungskooperation mit dem Ziel, die Readiness von Schweizer Unternehmen im Umgang mit Frauengesundheit messbar zu machen.

Von einzelnen Massnahmen zu echter Organisationsreife

Frauengesundheit am Arbeitsplatz wird heute häufig über einzelne Angebote betrachtet: flexible Arbeitsmodelle, Gesundheitsangebote, Informationen zur Menopause oder Massnahmen rund um Schwangerschaft und Elternschaft.

Diese Angebote sind wichtig. Sie sagen allein jedoch wenig darüber aus, wie gut eine Organisation insgesamt auf die gesundheitlichen Realitäten von Frauen vorbereitet ist.

Women’s Health Readiness geht weiter.

Sie beschreibt, wie gut eine Organisation in der Lage ist, Frauengesundheit in Führung, Kultur, Strukturen und relevanten Prozessen zu berücksichtigen.

Readiness zeigt sich beispielsweise darin, ob Führungskräfte über relevantes Wissen verfügen, wie sicher sie mit gesundheitlichen Themen umgehen, ob HR und Führung zusammenspielen, ob Frauengesundheit in relevanten Prozessen berücksichtigt wird, und ob Mitarbeitende tatsächlich erleben, dass gesundheitliche Bedürfnisse in ihrer Organisation Platz haben.

Genau diese unterschiedlichen Dimensionen möchten wir mit dem Women’s Health Readiness Barometer sichtbar machen.

Drei Perspektiven, ein Gesamtbild

Eine besondere Stärke des Forschungsprojekts liegt darin, dass Women’s Health Readiness nicht nur aus einer Perspektive betrachtet wird.

Denn HR, Führungskräfte und Mitarbeitende können dieselbe Organisation sehr unterschiedlich erleben.

Was HR als gut etabliert wahrnimmt, ist möglicherweise im Führungsalltag noch wenig angekommen. Und was aus Sicht des Managements funktioniert, muss nicht automatisch der Erfahrung der Mitarbeitenden entsprechen.

Das Forschungsprojekt bringt deshalb die Perspektiven von HR, Führungskräften und Mitarbeitenden zusammen.

So entsteht ein differenzierteres Bild: nicht nur darüber, welche Angebote und Strukturen vorhanden sind, sondern darüber, wie selbstverständlich Frauengesundheit tatsächlich in Führung und Arbeitsalltag berücksichtigt wird.

Was macht eine Organisation „ready“?

Im Rahmen der Forschungskooperation untersuchen wir unter anderem, wie Wissen über Frauengesundheit in Organisationen verteilt ist, wie sicher sich Führungskräfte im Umgang mit gesundheitlichen Themen fühlen, welche Strukturen und Prozesse bereits bestehen, wie Mitarbeitende die Unterstützung durch ihre Organisation wahrnehmen, und wo zwischen strategischem Anspruch und gelebter Praxis Lücken bestehen.

Das langfristige Ziel ist ein Instrument, das Unternehmen eine fundierte Standortbestimmung ermöglicht:

Wo stehen wir heute? Wo bestehen relevante Lücken? Welche Handlungsfelder sollten wir priorisieren? Und wie entwickelt sich unsere Readiness über die Zeit?

Damit soll das Barometer nicht nur sichtbar machen, was bereits vorhanden ist, sondern auch Orientierung für die weitere Entwicklung geben.

Forschung trifft Führungspraxis

Die Kooperation verbindet wissenschaftliche Leadership- und Organisationsforschung mit konkreter Erfahrung aus der Unternehmenspraxis.

Die HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich bringt ihre wissenschaftliche und methodische Expertise in der Leadership- und Organisationsforschung ein.

Das Institute for Women’s Wellbeing at Work bringt seine Spezialisierung auf Frauengesundheit im Arbeitskontext sowie Erfahrungen aus der Zusammenarbeit mit Unternehmen, HR und Führungskräften ein.

Gemeinsam wollen wir eine Grundlage schaffen, die wissenschaftlich fundiert und gleichzeitig für die Unternehmenspraxis relevant ist.

Unser Ziel ist nicht ein weiterer Bericht über Frauengesundheit. Wir wollen ein Instrument entwickeln, mit dem Organisationen arbeiten können.

Ein Instrument, das dabei unterstützt, die eigene Ausgangslage zu verstehen, Prioritäten zu setzen und Fortschritte sichtbar zu machen.

Erste Ergebnisse am Women’s Wellbeing at Work Summit 2026

Ein erster wichtiger Meilenstein steht bereits fest:

Am 20. November 2026 präsentieren wir am Women’s Wellbeing at Work Summit an der HWZ Zürich erstmals Einblicke in die Ergebnisse der Forschungskooperation.

Wir werden erste Muster aus den Daten zeigen und gemeinsam mit Vertreter:innen aus Forschung und Unternehmenspraxis diskutieren, was Organisationen brauchen, um Frauengesundheit systematischer in Führung und Arbeitsgestaltung zu berücksichtigen.

Im Zentrum steht dabei eine übergeordnete Frage:

Was braucht es, damit Frauengesundheit nicht nur als einzelnes Gesundheitsthema verstanden wird, sondern als selbstverständlicher Bestandteil guter Führung und zukunftsfähiger Arbeit?

Der Summit bringt dazu Forschung, Führung und Unternehmenspraxis zusammen und schafft Raum für Austausch darüber, wo Organisationen heute stehen und welche nächsten Schritte sinnvoll sind.

Werden Sie Teil der Forschung

Die Forschungskooperation lebt von den Perspektiven der Unternehmen.

Organisationen, die besser verstehen möchten, wo sie bei ihrer Women’s Health Readiness stehen und gleichzeitig zur Weiterentwicklung eines praxisnahen Instruments beitragen möchten, sind eingeladen, sich an der Studie zu beteiligen.

Interesse an einer Teilnahme?

Kontaktieren Sie uns unter info@iwww.ch.